Der weitere Ausbau zur Residenz lag in den Händen seines Nachfolgers Georg Schilling von Cannstatt (1546-1554) und wurde bereits dem neuen Zeitgeist der Renaissance folgend durchgeführt. Das Schloss erhielt seine heutige Form. Auch die schlichten Fassaden im Innern der Kernburg wurden in dieser Zeit kunstvoll mit Freskomalereien ausgestattet.

Fürst-Großprior Philipp Wilhelm Graf von Nesselrode (1728- 1754) ließ um 1730 bedeutende Neugestaltungen ausführen. Entsprechend dem barock geprägten Zeitgeschmack und zur fürstlichen Repräsentation wurden die Schlossgebäude und Gartenanlagen angepasst. „Lustig und wohl gebaut”, sagt ein Visitationsbericht von 1735. Nach dem erfolgten Umbau der Zehntscheune und Neubau des mächtigen Fruchtspeichers präsentierte sich die Vorburg als weiter Empfangshof.

Das 1740 in der Vorburg erbaute spätbarocke Kanzleigebäude ging vermutlich auf Barockbaumeister Johann Caspar Bagnato (1696-1757) zurück. Beide Tortürme und die Kanzlei erhielten steile markante Mansarddächer, wobei der mittlere Torturm zusätzlich einen Glockenreiter mit Zwiebelhaube bekam. Eine gelb-rote Farbfassung der Schlossfassaden unterstützte die Gliederung und bewirkte eine festliche Stimmung.

Schlossanlage mit hohem Fruchtspeicher, um 1820.
Schlossanlage mit hohem Fruchtspeicher, um 1820.
Lithographie: Schuster
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